Der Kammerchor musica capricciosa hat zur NÖ Landesausstellung kein beliebiges, "schönes" Konzertprogramm entworfen, sondern ein Programm, das Bezug nimmt zum Ort der Landesausstellung, zum Landesklinikum Mauer, das von den Nazis als Euthanasieanstalt missbraucht wurde. Bei diesem Konzert stellen wir Werke von Komponisten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den Mittelpunkt, Komponisten, die als Juden vor den Nazis flüchten mussten, Kompositionen, die von den Nazis als „entartet“ gebrandmarkt wurden. Vergessene Werke, berühmte Werke, Werke, die von mutigen Menschen in einer schrecklichen Zeit erzählen, von der Wichtigkeit der Kunst und der Freiheit für die Kunst.
Gegenübergestellt werden diesen Werken nicht veröffentlichte Auszüge aus einem Interview von Klaus Mann mit Richard Strauss, 1945 unmittelbar nach Kriegsende. Für uns ein wichtiges Zeitzeugnis, aktueller denn je, gesprochen von Cornelius Obonya.
Unter den Werken musikalisch sehr anspruchsvolle u.a. von Ernst Krenek, Kurt Weill, Ernst Toch, Hanns Eisler, aber auch sogenannte „Unterhaltungsmusik“, der man nicht anhört, dass ihre Protagonisten bald darauf Berufsverbot bekamen oder emigrieren mussten, Musik von Fritz Spielmann, Hermann Leopoldi, den Comedian Harmonists u.a. Interpretiert in der bekannten Qualität von musica capricciosa, mit höchsten Ansprüchen an Klang und Intonation.